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Interkulturelle Kompetenz

Wenn du erfolgreich mit Menschen einer anderen Nationalität kommunizieren und interagieren möchtest, musst du bereit sein, dich mit deren Sichtweisen und Werten auseinanderzusetzen. Tust du das nicht, kann es passieren, dass Missverständnisse entstehen, da du nicht mit der Kultur, Sprache oder Verhaltensweisen des anderen vertraut bist. Zum Glück aber kannst du interkulturelle Kompetenz erlernen, damit du im Umgang mit Menschen aus aller Welt in keine Fettnäpfchen mehr trittst.

Inhalt

Interkulturelle Kompetenz: Definition

Gerade in Zeiten von Globalisierung und internationaler Zusammenarbeit fällt immer öfter der Begriff interkulturelle Kompetenz. Wer über interkulturelle Kompetenz verfügt, der zeichnet sich durch du die Fähigkeit und Bereitschaft aus, mit Angehörigen anderer Kulturen angemessen und respektvoll umgehen zu können.

Es geht darum, sich über die Merkmale und Besonderheiten anderer Kulturen bewusst zu sein und das eigene Verhalten daran anzupassen. Nur wer sich über kulturelle Unterschiede im Klaren ist, kann auf diese Rücksicht nehmen, Situationen richtig einschätzen und Missverständnisse vorbeugen. Interkulturelle Kompetenz hilft die Unterschiede der verschiedenen Kulturen zu akzeptieren und schafft ein respektvolles Miteinander. Dabei ist nicht nur die verbale Kommunikation wichtig, sondern auch die nonverbale wie bestimmte Verhaltensweisen oder Mimiken.

Aspekte von kultureller Kompetenz

Toleranz gegenüber anderen Kulturen, Weltanschauungen, Religionen oder Traditionen ist von entscheidender Bedeutung, um respektvoll und verständnisvoll agieren zu können. Natürlich solltest du auch ernsthaftes Interesse an fremden Ländern und deren Menschen haben und dich mit einer weltoffenen Einstellung auf neue Situationen einstellen können.

Zudem solltest du bereit sein, dich an die Gegebenheiten anzupassen und dich in diesem Umfeld zu integrieren. Arroganz oder die Selbstverständlichkeit, dass deine kulturelle Einstellung in anderen Ländern genauso anwendbar ist, sind eindeutig fehl am Platz.

Weitere Eigenschaften, die dir helfen in einem internationalen Team zu arbeiten oder mit internationalen Geschäftspartnern zu verhandeln, sind soziale Sensibilität, Empathiefähigkeit, Taktgefühl und das Beherrschen gängiger Höflichkeitsformen. Dafür gibt es sogar spezielle Seminare, die dich als Mitarbeiter in interkultureller Kompetenz trainieren sollen.

Was dir interkulturelle Kompetenz bringt

Natürlich profitierst du selbst davon, wenn du in Kontakt mit fremden Menschen, Sprachen und Kulturen kommst. Deine Persönlichkeit entwickelt sich weiter und du lernst, über den Tellerrand hinauszusehen, dein Verhalten zu reflektieren und dein Handeln an dein Gegenüber anzupassen. Im grenzübergreifenden Austausch gewinnst du viel Erfahrung im zwischenmenschlichen Umgang, lernst viele inspirierende Menschen kennen und bekommst Einblicke in andere Leben und Länder. Du erweiterst deinen Horizont, indem du mehr als nur das Altbekannte kennst und auch mal deine Komfortzone verlässt.

Auslandsknigge: Welche interkulturellen Unterschiede gibt es?

Wenn du jetzt neugierig geworden bist und endlich auch mal ein paar konkrete Beispiele willst, dann hast du Glück, denn genau das haben wir gemacht. So läuft ein Geschäftsessen in verschiedenen Ländern ab.

Arabische Länder

Nach Besteck wirst du vergeblich suchen, denn traditionellerweise wird es durch Brotstücke ersetzt. Die linke Hand solltest du nicht zum Essen benutzen, denn sie gilt im islamischen Raum als unrein. Da das Auffordern zum Bleiben nur Teil des Rituals ist, solltest du dich nach dem Kaffee verabschieden und eine Gegeneinladung aussprechen.

China

Essen wird in China weniger zelebriert und dient eher nur der Nahrungsaufnahme. Deswegen werden die einzelnen Gänge oft zusammen serviert, zügig verputzt und auch wieder abgeräumt. Lautes Schlürfen ist erlaubt! Es gilt als Zeichen, dass es dir besonders gut schmeckt. Beim Reisessen solltest du aber vorsichtig sein, denn das Reinstecken des Stäbchens gilt als Symbol des Todes.

Frankreich

In Frankreich werden geschäftliche Dinge gerne nach dem Dessert geklärt. Im Restaurant solltest du warten, bis dir der Kellner einen Platz zuweist. Dir selbst einen auszusuchen gilt als unhöflich. Genauso wie eine Einladung zum Essen abzulehnen. Am Ende solltest du keine getrennte Rechnung verlangen, denn wer einlädt, zahlt auch für alle.

Japan

Falls du in einem traditionellen Restaurant auf Tatami-Matten Platz nimmst, setze dich bitte im Schneidersitz hin und ziehe die Schuhe aus. Deswegen solltest du auf saubere Socken achten und Fußgeruch vorbeugen. Wenn du die Rechnung gerne bezahlen möchtest, musst du das unauffällig dem Kellner sagen. Ansonsten wird die Rechnung automatisch an den Japaner gehen und der wird sie wortlos bezahlen. Eine Rechnung zu prüfen gilt als unfein.

Bewerbung: Mit interkultureller Kompetenz punkten

Hast du bereits ein Praktikum im Ausland absolviert? Oder du bist sogar für längere Zeit einer Festanstellung in einem anderen Land nachgegangen? Hast du eine längere Reise gemacht?

Falls ja, dann solltest du das in Lebenslauf und Bewerbung definitiv erwähnen – Auslandserfahrungen sind immer ein Pluspunkt. Wer andere Länder bereist und verschiedene Kulturen persönlich kennengelernt hat, der entwickelt eine gewisse Toleranz für andere Bräuche und Sitten und lernt diese zu respektieren.

Am besten verzichtest du aber auf Floskeln im Anschreiben wie „Natürlich bin ich interkulturell kompetent, weil zwei Jahre im Ausland gelebt habe“. Mit so einer Aussage kann kein Personaler etwas anfangen, weil sie sich nicht belegen lässt.

Dafür kannst du umso besser im Lebenslauf und im Vorstellungsgespräch mit interkultureller Kompetenz überzeugen. Im nächsten Abschnitt findest du Tipps dafür.

Interkulturelle Kompetenz im Lebenslauf

Im Lebenslauf kannst du auch unter dem Punkt Hobbys deine interkulturelle Kompetenz hervorheben. Hobbys wie „reisen“ oder „Fremdsprachen“ suggerieren, dass du dich für andere Kulturen interessierst. Natürlich geht es hier nicht um einen zweiwöchigen All inclusive Urlaub, bei dem du die Hotelanlage nicht verlassen hast und keinen Kontakt mit Einheimischen hattest. Aber wenn du beispielsweise eine Backpacking Tour gemacht hast, die du selbst organisiert hast, kannst du das auf jeden Fall bei deinen Hobbys erwähnen.

Auch Sprachkenntnisse sind ein gern gesehener Skill und suggerieren interkulturelle Kompetenz. Sprichst du eine oder sogar mehrere Fremdsprache fließend, ist das ein echter Vorteil. Bist du in der Lage, mit deinem Gegenüber in dessen Muttersprache zu kommunizieren, zeigst du diesem Respekt und vermittelst Interesse an dessen Kultur. Insbesondere bei international tätigen Unternehmen kannst du durch Fremdsprachenkenntnisse in der Bewerbung punkten.

Im Vorstellungsgespräch überzeugen

Heutzutage ist es keine Seltenheit mehr, dass der Personaler plötzlich die Sprache im Vorstellungsgespräch wechselt. Vor allem in international agierenden Unternehmen kann das gut passieren. Denn interkulturelle Kompetenz zu behaupten ist einfach, sie zu beweisen dafür umso schwieriger.

Aber keine Panik. Wenn du darauf vorbereitet bist, fällt dir der Umschwung auch nicht so schwer. In unserem Artikel Bewerbungsgespräch auf Englisch haben wir dir typische Fragen und Beispielantworten zusammengestellt. So bist du optimal auf jede Situation vorbereitet.

Du hast auch die Möglichkeit das Gespräch selbst auf deine Kompetenzen zu lenken. Wenn du weißt, dass in der Firma oft in internationalen Teams gearbeitet wird, kannst du deine Auslandserfahrungen ansprechen. Wichtig hierbei ist, dass du nicht nur sagst „Ich war im Auslandssemester in England“, sondern darauf eingehst, wie dich dieses Semester persönlich und beruflich weitergebracht hat. Vielleicht hast du dort an Uniprojekten mit Kommilitonen aus verschiedenen Ländern gearbeitet. Dann kannst du näher auf solche Teamarbeiten eingehen.

Interkulturelle Kompetenz: Training

Nicht alle Menschen verfügen über das gleiche Maß an interkultureller Kompetenz. Manche bringen die Fähigkeit bereits mit und andere müssen sie erst entwickeln.

Interkulturelles Lernen

Der Prozess, in dem Fähigkeiten zur interkulturellen Kompetenz entwickelt oder verbessert werden, nennt man interkulturelles Lernen. Das Training kann zum einen in Seminaren erlernt werden, aber es gibt auch Möglichkeiten, wie du selbst deine interkulturelle Kompetenz verbessern kannst.

Wir haben dir hier ein paar Möglichkeiten aufgelistet, um mehr über fremde Kulturen zu erfahren.

  • Reisen: In ein fremdes Land zu reisen und eine fremde Kultur am eigenen Leib zu erfahren, ist wohl der effektivste Weg, um kulturelles Verständnis zu entwickeln. Hiermit ist jedoch keine zweiwöchige Hotelreise in einem abgeschotteten Resort gemeint. Vielmehr geht es darum, in das einheimische Leben einzutauchen und den Lebensstil der Einheimischen kennenzulernen.
  • Informieren: Planst du eine Reise? Oder möchtest du einen Arbeitsplatz im Ausland antreten? Dann macht es durchaus Sinn, sich vorher über dortige Sitten und Gebräuche schlau zu machen. Besorge dir einen guten Reiseführer oder recherchiere im Internet, um etwas über die dort herrschende Kultur herauszufinden. Das wird dir helfen, die offensichtlichsten Fettnäpfchen zu umgehen und dich schneller einzuleben.
  • Sich in verschiedenen Kulturkreisen aufhalten: Auch im Inland gibt es die Möglichkeit, andere Kulturen besser kennenzulernen. Knüpfe Kontakte zu Personen aus anderen Ländern oder gehe beispielsweise in ein typisch japanisches Restaurant.
  • Vorhandene Sprachkenntnisse vertiefen: Besuche einen Sprachkurs – gerne auch online. Heutzutage werden sogenannte Conversation Classes angeboten, in denen du deine Sprachkenntnisse ausbauen kannst. Diese werden meist von Muttersprachlern geleitet und von Menschen jeglicher Herkunft belegt. Innerhalb dieser Kurse wird besonders viel Wert auf das Sprechen in authentischen Situationen gelegt. Dementsprechend viel erfährst du über Länder, in denen die zu lernende Sprache gesprochen wird und darüber hinaus, über die Herkunft von anderen Teilnehmern.

Globale Firmen nutzen häufig interkulturelle Trainings, um ihre Mitarbeiter für die Arbeit im internationalen Umfeld zu schulen. Gerade für Fach- und Führungskräfte, die im Kundenkontakt oder im direkten Austausch mit Mitarbeitern stehen, bieten sich solche Schulungen an. Dabei wird unterschieden zwischen kulturspezifischen Trainings und kulturunabhängigen Trainings. Beim ersten stehen die Aspekte von einer bestimmten Kultur im Vordergrund. So gibt es beispielsweise Ländertrainings, bei denen auf die Zusammenarbeit mit Menschen aus einem bestimmten Land vorbereitet wird. Wenn hingegen die generelle Sozialkompetenz entwickelt werden soll, bieten sich kulturunabhängige Trainings an.

Interkulturelle Kompetenz im Beruf

Gerade große internationale Firmen, die weltweit agieren und somit Produkte und Dienstleistungen außerhalb von Deutschland anbieten, profitieren von Mitarbeitern, die sicher im interkulturellen Kontext arbeiten können.

Wenn du dich auf andere Kulturen einlassen kannst, hebst dich dadurch von anderen Kollegen ab und kannst im Falle einer internationalen Zusammenarbeit souverän mit Geschäftspartnern anderer Länder kommunizieren. Wenn sich alle Beteiligten bei einem Geschäftsessen wohlfühlen und sich vielleicht sogar in der Muttersprache des Anderen unterhalten können, steigert das die Chancen auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Dabei heißt es natürlich: Je mehr, desto besser. Je mehr Nationen und deren Besonderheiten du kennst, desto größer wird dein Repertoire, das du beruflich anwenden kannst. Wer weiß, wie Gespräche und Verhandlungen in verschiedenen Ländern ablaufen, der hat einen entscheidenden Vorteil im Umgang mit ausländischen Geschäftspartnern.

Auch bei der täglichen Arbeit im Inland ist interkulturelle Kompetenz immer stärker gefordert. Heutzutage sind Menschen mit verschiedensten kulturellen Backgrounds in inländischen Unternehmen vertreten. Verfügst du über ein hohes Maß an Verständnis für andere Kulturen, bist du ein wertvoller Mitarbeiter für dein Unternehmen, der bei Missverständnissen vermitteln und für ein barrierefreies Teamwork sorgen kann.

Du siehst also, dass es so viele kulturelle Unterschiede der Nationen gibt – doch gerade diese Diversität ist sehr bereichernd. Vor allem die Arbeitswelt profitiert von der großen Auswahl an qualifizierter Arbeitskräfte aus aller Welt. Mitarbeiter mit kultureller Kompetenz werden immer gefragter, denn internationale Zusammenarbeit hat Zukunft.

Weitere Fähigkeiten, auf die du in deiner Bewerbung eingehen kannst, findest du in unserer Kategorie Soft Skills.

Noch mehr Soft Skills sind zum Beispiel:

Veröffentlicht am 08.06.2016, aktualisiert am 14.05.2021

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