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Bewerbungsschreiben Aufbau [inkl. Musterformulierungen]

Das Anschreiben deiner Bewerbung hilft dem Unternehmen dich kennenzulernen. Dementsprechend wichtig ist es, dass es individuell ist und du dich authentisch darstellst. Neben dem Inhalt spielen auch das Layout und der Aufbau deines Bewerbungsschreibens eine zentrale Rolle. In diesem Beitrag erfährst du alles, was du zum Thema Bewerbungsschreiben wissen musst.

Inhalt

Bewerbungsschreiben: Aufbau und Inhalt

Um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen, ist ein korrekter Aufbau des Bewerbungsschreiben unabdingbar. Das geschulte Auge von Recruiter:innen erkennt ein gutes Anschreiben auf den ersten Blick. Folgenden Aufbau solltest du unbedingt einhalten:

  • Kopf
  • Betreff
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss

Diese fünf Abschnitte des Bewerbungsschreibens sollten visuell klar erkennbar sein. Dementsprechend solltest du sie durch Absätze trennen.

Ein Bewerbungsfoto gehört nicht auf das Bewerbungsschreiben, sondern in deinen Lebenslauf. Mehr zum Thema Bewerbungsfoto liest du in unserem Beitrag Bewerbungsfoto – Ja oder Nein?.

Ebenso wichtig wie der Aufbau deines Anschreibens ist natürlich auch der Inhalt der jeweiligen Abschnitte. Im Folgenden erfährst du, was du für die einzelnen Abschnitte beachten solltest. Außerdem haben wir dir Musterformulierungen vorbereitet, an denen du dich für dein Anschreiben orientieren kannst.

Kopf

Der Kopf eines Bewerbungsschreibens zeigt, ob dein Schreiben über eine saubere Struktur verfügt. Für einen Briefkopf gibt es universelle Vorgaben, an die du dich halten solltest.

Wie in unserem Muster für eine Bewerbung im Marketing zu sehen, beginnst du im Briefkopf mit deinem Namen und deinen Kontaktdaten. Je nach Layout stehen diese Informationen zentriert oder rechtsbündig.

In der nächsten Zeile fügst du linksbündig die Kontaktdaten des Unternehmens, bei dem du dich bewirbst, an.

Anschließend fügst du eine Zeile darunter rechtsbündig das Datum ein, an dem du die Bewerbung verfasst hast. Für gewöhnlich stellst du dem Datum den Verfassungsort voraus und trennt diesen mit einem Komma vom Datum.

Betreff beim Anschreiben in einer Bewerbung

Betreff

Unter dem Briefkopf startest du mit einem Betreff. Dieser steht linksbündig. Im Betreff gibst du die Stelle an, auf die du dich bewirbst. Sofern in der Stellenanzeige eine Kennziffer oder Referenznummer angegeben ist, gehört diese auch mit in den Betreff hinein. Teilweise ist eine Stelle auch in verschiedenen Städten ausgeschrieben. In diesem Fall ist es sinnvoll die Stadt, in der du arbeiten möchtest, direkt im Betreff zu erwähnen.

Wichtig ist es, dass der Betreff nicht länger als eine Zeile ist und auch nicht zu allgemein gehalten wird. Auch Sonderzeichen wie Hashtags und Emojis wirken im Betreff des Anschreibens unseriös und sollten nicht verwendet werden. Folgende Betreffzeilen sind beispielsweise ungeeignet, da sie nicht aussagekräftig genug sind oder zu lang:

  • „Bewerbung“
  • „Bewerbung auf Ihre Jobausschreibung“
  • „Bewerbung als Werkstudent“
  • „Bewerbung auf Ihre im Internet ausgeschriebene Stelle als Sales Manager im B2B-Bereich im Hauptsitz in Mannheim“

     

Gestalterisch wird der Betreff in der Regel gefettet und etwas größer geschrieben. Hier findest du weitere Informationen rund um das Thema Schriftart und Schriftgröße. So sehen passende Formulierungen für den Betreff aus:

„Bewerbung als Online Marketing Manager“

„Bewerbung als Trainee im Account Management (Kennziffer: 98765)“

„Bewerbung um eine Stelle als Softwareentwickler in Karlsruhe“

Einleitung

Die Einleitung deiner Bewerbung hilft dir dabei Interesse zu wecken und Personaler:innen davon zu überzeugen weiterzulesen. Du beginnst die Einleitung deiner Bewerbung mit der Anrede. Hierbei ist eine persönliche Anrede von Vorteil. Suche die zuständige Ansprechperson und adressiere diese direkt. Statt „Sehr geehrte Damen und Herren“ schreibst du „Sehr geehrte Frau Muster“.

Anschließend ist Individualität gefragt. Standardformulierungen wie „Hiermit bewerbe ich mich“ oder „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige gelesen“ haben Personalverantwortliche schon unzählige Male gelesen. Interesse weckst du mit einem derartigen Einleitungssatz garantiert nicht.

Vielmehr geht es darum, die Lesenden von Beginn an zu fesseln. Hierbei solltest du folgende drei Bausteine kurz und knackig in die Einleitung deines Anschreibens integrieren:

  1. Unternehmensbezug

    Hierbei kannst du dich an den folgenden Fragen orientieren: Was macht das Unternehmen für dich besonders? Wie präsentiert sich die Firma? Wie spricht sie ihre Kunden an?

  2. Motivation

    Erläutere, warum du dich ausgerechnet für dieses spezifische Unternehmen und diese Stelle interessierst.

  3. Eigene Fähigkeiten

    Bringe deine Skills und Erfahrungen in Verbindung mit der ausgeschriebenen Stelle. Inwiefern kannst du deine Fähigkeiten in der ausgeschriebenen Stelle einbringen?

Wie genau die Formulierung der Einleitung aussieht, ist von mehreren Faktoren abhängig. Je nachdem, ob du bereits mit dem Unternehmen in Kontakt warst, dich intern bewirbst oder beispielsweise eine Initiativbewerbung versendest. Konkrete Beispielformulierung für die unterschiedlichen Fälle findest du in unserem Beitrag Einleitungssatz für die Bewerbung – In Kürze erklärt.

Hauptteil

Der Hauptteil deiner Bewerbung ist meist der aufwendigste Abschnitt und auch oft der entscheidende. Im Hauptteil des Anschreibens kannst du dich am besten von anderen Bewerber:innen abheben. Wichtig ist dabei, dass du dein Bewerbungsschreiben genau auf die ausgeschriebene Stelle und das dahinterstehende Unternehmen auslegst. Grundsätzlich lässt sich der Hauptteil in zwei Teile unterteilen.

Eigenwerbung

Zunächst solltest du den Hauptteil des Bewerbungsschreibens nutzen, um deine persönlichen Qualifikationen hervorzuheben. Während dein Lebenslauf deine Hard Skills auflistet, geht es im Bewerbungsschreiben um deine Soft Skills. Diese Unterscheidung ist von großer Bedeutung, da dein Bewerbungsschreiben keine Nacherzählung deines Lebenslaufs sein sollte.

Vermeiden solltest du reine Aufzählungen und „Ich-Sätze“ wie beispielsweise „Ich bin motiviert, kritikfähig und verfüge über ein gutes analytisches Denken“. Schließlich möchtest du ein individuelles Anschreiben verfassen und dich von anderen Bewerber:innen unterscheiden.

Beweise stattdessen deine Qualifikationen mit konkreten Beispielen aus dem Alltag. Dadurch wirkt dein Anschreiben glaubwürdiger, Recruiter:innen erhalten ein besseres Bild von dir und du kannst du von der Masse abheben. Mögliche Formulierungen für deine Werbung in eigener Sache sind:

„Zu meinen Stärken zählt mein ausgeprägtes Verhandlungsgeschick. Durch eine ausführliche Vorbereitung meiner Geschäftstermine und einer starken Argumentation, ist es mir bei Firma X gelungen, die Einkaufskosten bei gleicher Menge um XY Prozent zu senken.“

„Während meiner Zeit bei Firma X hatte ich die Möglichkeit die Kampagne Y zu organisieren und zu leiten. Dank des Einsatzes von XY gelang es mir ein motiviertes Team zusammenzustellen, mit dem erfolgreichen Ergebnis, dass wir …“

Unternehmensbezug

In den Hauptteil deines Anschreibens gehört ebenfalls ein Unternehmensbezug. Während du in der Einleitung erwähnt hast, was dich an dem Unternehmen reizt und im ersten Teil des Hauptteils deine Qualifikationen dargelegt hast, führst du nun diese beiden Teile zusammen.

Beim Unternehmensbezug im Hauptteil geht es darum hervorzuheben, welchen Mehrwert du dem Unternehmen bringst. Anhand von Beispielen kannst du deine Eignung unterstreichen. Lies dir hierzu die Stellenanzeige aufmerksam durch und informiere dich auf der Unternehmenswebseite und Social Media über aktuelle Projekte.

So lauten unsere Musterformulierungen für den Unternehmensbezug im Hauptteil des Bewerbungsschreibens:

„Über LinkedIn bin ich auf Ihr aktuelles Projekt X aufmerksam geworden. In der Vergangenheit habe ich mit großem Erfolg an vergleichbaren Projekten mitgewirkt. Ich bin mir sicher, dass ich dank meiner Erfahrung künftig einen Beitrag dazu leisten kann derartige Projekte erfolgreich abzuschließen.“

„Durch meine Erfahrung im Bereich X bin ich davon überzeugt, die ausgeschriebene Stelle und die damit verbundenen Aufgaben optimal auszufüllen. Dank meiner schnellen Auffassungsgabe und Offenheit gelingt es mir mich schnellstmöglich an ein neues Arbeitsumfeld anzupassen.“

Schluss

Der Schluss deines Anschreibens sollte kurz und prägnant sein. Neben dem Schlusssatz gehören beispielsweise dein frühestes Eintrittsdatum und deine Gehaltsvorstellungen in den Schluss der Bewerbung. Formulierungshilfen findest du in unserem Beitrag Wie du deine Gehaltsvorstellungen korrekt formulierst.

Abschließend formulierst du einen Schlusssatz. Da dieser der letzte Eindruck ist, bleibt er in Erinnerung und sollte dementsprechend aussagekräftig sein. Wichtig ist es zudem, selbstbewusst aufzutreten und den Konjunktiv zu vermeiden. Statt „Über eine Rückmeldung würde ich mich freuen“ solltest du besser etwas wie „Ich freue mich von Ihnen zu hören und stehe gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung“ schreiben.

Weitere Formulierungen für den Schlusssatz im Anschreiben findest du in unserem Artikel Schlusssatz für die Bewerbung.

Am Ende deines Bewerbungsschreibens steht die Grußformel. Hierbei hat sich folgende Standardform bewährt:

grussformel-bewerbung

Wichtig ist, dass du hinter der Grußformel kein Komma setzt. Welche weiteren Grußformeln es gibt und welche du unbedingt vermeiden solltest, erfährst du in unserem Beitrag Die passende Grußformel in der Bewerbung: Beispiele & Tipps.

Sprachliche Besonderheiten

Ein Bewerbungsschreiben wandelt oft auf einem schmalen Grat – es geht darum sich selbstbewusst zu präsentieren und gleichzeitig nicht überheblich zu wirken. Damit dir das gelingt, solltest du einige sprachliche Besonderheiten beachten.

Konjunktiv und Passiv

Bewerber:innen machen sich in ihrem Anschreiben oftmals kleiner als sie sind. Grund dafür ist meist die Verwendung des Konjunktivs oder Passivs.

Passive Sätze klingen vielmals sehr unsicher und teilweise auch unselbstständig. Ausdrücke wie „meine Kolleg:innen schätzen an mir“ oder „ich werde von meinem Chef in Abteilung X eingesetzt“ solltest du daher unbedingt vermeiden.

Ähnliches gilt für den Konjunktiv. Die Verwendung des Konjunktivs vermittelt den Eindruck, dass du selbst an deinen Aussagen zweifelst. Zeige stattdessen, dass du von dir und deiner Eignung für die Stelle überzeugt bist und vermeide Ausdrücke wie „ich würde mich freuen“ oder „ich glaube, dass ich eine gute Verstärkung wäre“.

Positive Formulierungen

In deinem Anschreiben geht es darum dich gut zu verkaufen und ein positives Bild in den Köpfen der Personaler:innen auszulösen. Ein geeignetes sprachliches Mittel dafür sind positive Formulierungen. Dazu zählen Ausdrücke wie „sehr gerne“ oder „ich freue mich“. So kannst du zeigen, dass du Lust auf die Stelle hast und motiviert bist.

Duzen oder Siezen

Immer häufiger werden Kandidat:innen in Stellenanzeigen geduzt. Was im ersten Moment sympathisch wirkt, führt bei Bewerber:innen bei der Erstellung des Anschreibens dann oft zu Unsicherheit. Vielleicht stellst du dir die Frage: Darf ich im Bewerbungsschreiben ebenfalls duzen?

Grundsätzlich darfst du auch im Anschreiben duzen, insbesondere wenn beispielsweise als Ansprechpartner:in lediglich ein Vorname angegeben ist. Wenn du dir unsicher bist oder dich unwohl fühlst in deiner Bewerbung zu duzen, kannst du auf alle Fälle auf das „Sie“ wechseln. Weitere Hilfestellungen findest du in unserem Beitrag In der Bewerbung duzen?

Layout Anschreiben

Die Bedeutung des Designs der Bewerbung ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Ebenfalls zugenommen hat die Auswahl an Vorlagen im Internet – doch welche ist die richtige und worauf sollte man achten?

Deinem Bewerbungsschreiben einen ansprechenden Look zu verpassen ist grundsätzlich eine gute Idee. Da im Vergleich zum Lebenslauf die Gestaltungsmöglichkeiten im Anschreiben jedoch begrenzter sind, solltest du darauf achten, dass dein Aufbau und Inhalt nicht unter dem Layout leidet. Während der Kopf gut geeignet ist, dem Anschreiben ein individuelles Aussehen zu verleihen, sollte der Rest des Schreibens eher im klassischen Stil gehalten werden.

Wichtig ist es, dass du innerhalb deiner Bewerbungsmappe nicht mit unterschiedlichen Layouts arbeitest. Das Design im Bewerbungsschreiben sollte zu deinem Lebenslauf und deinen weiteren Unterlagen passen.

Checkliste: Das perfekte Bewerbungsschreiben

Dein Anschreiben ist geschrieben, aber du möchtest nochmal überprüfen, ob du alle wichtigen Punkte befolgt hast? Unsere Checkliste hilft dir dabei:

Kopf: Die Reihenfolge deiner Informationen stimmt mit unserem Muster überein?

Betreff: Dein Betreff ist aussagekräftig und kürzer als eine Zeile?

Einleitung: Deine Einleitung beinhaltet die 3 Bausteine und verzichtet auf Floskeln?

Hauptteil: Dein Hauptteil ist keine Nacherzählung des Lebenslaufs und enthält die Bausteine Eigenwerbung und Unternehmensbezug?

Schluss: Dein Schlusssatz strahlt Selbstbewusstsein aus?

Grußformel: Deine Grußformel entspricht unserem Muster?

Sprache: Du hast auf den Konjunktiv und Passiv soweit es geht verzichtet und positive Formulierungen verwendet?

Layout: Dein Design passt zu deinen weiteren Bewerbungsunterlagen?

Ohne Anschreiben bewerben

Du fragst dich, ob das Ganze nicht auch einfacher geht? Dann haben wir gute Nachrichten für dich – bei einer Bewerbung über Workwise musst du dir keine Gedanken über das Bewerbungsschreiben machen. Hier bewirbst du dich schnell und einfach – ganz ohne Anschreiben. Stattdessen beantwortest du dem Unternehmen einige Motivationsfragen und kannst so deine Eignung für die Stelle unter Beweis stellen.

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Veröffentlicht am 14.10.2021, aktualisiert am 19.01.2022

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